Die auffällige, weiße Leiter im Vordergrund ist keine Nutzleiter, sondern ein Element von Kunst am Bau der Künstlerin Franziska Agrawal aus dem Jahr 2022. Sie fungiert hier als visuelle Skulptur, die einen bewussten Kontrast zur vertikalen Holzstruktur der Fassade bildet.
Aus statischer Sicht handelt es sich bei der Leiter-Skulptur um ein freistehendes, vertikales Tragwerk (Fachwerkträger/Mastelement), das primär auf Knicken, Windlasten und Fundamentkippen bemessen ist.
Konstruktiv verhält sich die Leiter wie ein vertikal stehender Kragarm, der über Fußplatten auf dem Betonfundament eingespannt ist. Die beiden langen Holme fungieren als Gurte, welche die Hauptbiegemomente aus Wind aufnehmen. Die Sprossen dienen als Riegel (Querstreben), die ein seitliches Ausknicken der Gurte verhindern und die Gesamtsteifigkeit sichern.
Aufgrund der großen Höhe im Verhältnis zu den schmalen Quadratprofilen besitzt die Konstruktion eine hohe Schlankheit und bekommt im Falle von starken Windlasten entsprechend hohe Verformungen an der Spitze. Der statisch-konstruktive Entwurf bzw. die Skalierung vom Modell zur realen Umsetzung wurde in Zusammenarbeit mit dem Künstler Christian Engelmann entwickelt.